Emberá-Wounaan

Emberá-Wounaan, kleiner Wasserfall.

Das indigene Territorium Emberá-Wounaan befindet sich im Osten von Panama. Die Comarca mit dem Hauptort Unión Chocó entstand 1983 aus Teilen der Provinz Darien und ist in zwei geografisch getrennte Bezirke unterteilt. 

Der größere Bezirk grenzt an Kolumbien, die Provinz Darien und die indigenen Territorien Kuna de Wargandí sowie Kuna Yala. Der kleinere Bezirk wird von der Provinz Darien umschlossen. 

 

Unterteilt in Wounaan und Emberá leben die indigenen Nachkommen der Ureinwohner im größten zusammenhängenden tropischen Regenwald des Landes. Sie lieben, achten und schützen das Gebiet in dem sie leben und gehen behutsam mit der Natur um. Beide indigenen Volksgruppen leben in verstreuten Siedlungen an den Ufern der zahlreichen Flüsse, die zu einem großen Teil schiffbar sind. Die Emberá auch in der Provinz Panama am Chagres, Mocambo Abajo, San Antonio, Gamboa und Emberá Gatún. 

 

Die Embera und Wounaan sprechen unterschiedliche Sprachen welche zur indigenen Sprachfamilie Chocó zählen. Bei den Emberá ist es Emberá und bei den Wounaan Nómara (Woun Meu). 
 

Beide Gruppen leben zumeist noch auf traditionelle Weise. Die Frauen tragen bunte Röcke und schöne Halsketten, die Männer einen Lendenschurz. Sowohl bei Frauen als auch Männern eine interessante Körper-und Gesichtsbemalung, bei der die Farbe jeweils etwa eine Woche hält. 

Die Embera und Wounaan leben monogam. Der Vater ist die oberste Autorität, aber auch die Mutter genießt großen Respekt. Frischvermählte leben bis zur Unabhängigkeit im Elternhaus des Bräutigams. Die erwachsenen Kinder kümmern sich um ihre Eltern, welche verantwortlich für die Übertragung der Kultur sind. Ein wichtiger Brauch ist die Zeremonie der weiblichen Pubertät, an deren Ende das Mädchen als Zeichen der Jungfrau mit Pflanzenfarben bemalt wird. Es gibt Heilkundige, welche die Kunst der Anwendung von Heilpflanzen in beeindruckenden Ritualen ausüben. 

 

Die Embera und Wounaan zeichnen sich auch durch handwerkliche Fähigkeiten mit aufwendigen und schönen Körben aus Palmfasern sowie Holzschnitzereien aus. 
Neben der Landwirtschaft, bei der vor allem Bananen und Mais angebaut werden, gehört auch das Fischen und die Jagd zum Alltag. 
In diesem Gebiet ohne Straßen wird das Piragua häufig benutz. Mit dem Einbaum werden auch Nachbarn besucht oder Produkte auf den Markt gebracht.
 

Die Wounaan halten periodisch einen Kongress mit Feierlichkeiten in der Gemeinde Cémaco ab. Hier treffen sich Vertreter aller Wounaan Gemeinden in Panama um Themen wie Land, Gesundheit und Bildung zu diskutieren. Vor allem das Recht am eigenen Land wird immer wieder durch Siedler aus anderen Gebieten Panamas verletzt, welche Waldgebiete roden, um Viehzucht oder Landwirtschaft zu betreiben. Aus diesem Grunde wurden kürzlich die indigenen Rechte durch ein neues Gesetz verstärkt. 

So ist zu hoffen, dass die Heimat der Embera und Wounaan sowie das Ökosystem in diesem weiten Regenwald mit einer fantastischen Flora und Fauna auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt. 

 

Weblinks:

Bilder zu den Emberá in Panama

Bilder zu den Wounaan in Panama

Letztes Update, Oktober 2011

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